13.10.2017

Ohorongo Cement im afrikanischen Namibia setzt auf dritte Verpackungslinie von BEUMER

Ohorongo Cement setzt auf dritte Verpackungslinie, komplett geliefert von BEUMER:
Mehr als die Summe seiner Teile

Die Ohorongo Cement (PTY) Ltd., Mitglied der Schwenk Zement KG, ist der einzige Zementhersteller im afrikanischen Namibia. Ihr Auftrag: die nationale Nachfrage nach höchstwertigem Zement abzudecken. Damit das Material schnell und vor allem sicher auf den Ladeflächen der Lkw zu den bis zu tausend Kilometer entfernten Kunden gelangt, standen dem Unternehmen bisher zwei Verpackungslinien zur Verfügung. Doch das genügte nicht mehr. Um den Durchsatz des zum Teil extrem feinen Zements zu erhöhen, lieferte und installierte die BEUMER Group eine dritte Linie komplett aus einer Hand – und das in einem eng gesteckten Zeitfenster.

Die nächste kleine Stadt heißt Otavi und liegt 20 Kilometer entfernt, im Norden davon ist Tsumeb. Dazwischen zieht sich eine einzelne Straße durch die weite Ebene. Genau hier, in der kalksteinreichen Region Otjozondjupa in Namibia, hat Schwenk Zement ein Werk gebaut. Der Betreiber ist Ohorongo Cement oder einfach nur Ohorongo. Das hundertprozentige Tochterunternehmen stellt  fünf verschiedene  Zemente her – darunter auch sehr feine Qualitäten. „Unsere Baustoffe sind besonders hochwertig“, betont Werksleiter Manfred Pirker.

Auf den richtigen Partner gesetzt
Nach der Herstellung des Klinkers wird dieser zu Zement vermahlen. Anschließend kommt er entweder direkt als loses Material in ein Silo-Fahrzeug, in 2.000-Kilogramm-Big Bags auf Lkw oder er wird in Säcke abgefüllt. „Wir verwenden in diesem Werk 50-Kilogramm-Säcke“, erläutert Pirker. „Nach dem Abfüllen werden sie auf Paletten gestapelt und mit einer Stretchfolie überzogen.“ Dafür hatte das Werk bisher zwei Verpackungslinien im Einsatz für die die BEUMER Group vor Jahren je einen Hochleistungs-Lagenpalettierer vom Typ BEUMER paletpac und Verpackungsmaschinen der BEUMER stretch hood-Baureihe lieferte und installierte. „Auf Dauer konnten wir dem wachsenden Bedarf an Zement allerdings nicht mehr gerecht werden“, sagt Pirker. „Wir mussten unseren Durchsatz dringend steigern.“

Mit den beiden vorhandenen Verpackungslinien hatte Ohorongo sehr gute Erfahrungen sammeln können. Deswegen war es für die Verantwortlichen auch klar, dass als Partner für die Lieferung und Montage der dritten Gesamtlinie nur die BEUMER Group infrage kommt, der Komplettanbieter für die Abfüll-, Palettier- und Verpackungstechnik. „Überzeugt hat uns im Lauf der Jahre ebenfalls der reibungslose Service und die Unterstützung vor Ort“, berichtet Pirker.

Eine heiße Angelegenheit
Ende 2014 ging in Beckum, dem Hauptstandort der BEUMER Group in Deutschland, die Anfrage aus Namibia ein. Beide Unternehmen waren sich über Umfang und Terminierung schnell einig und unterzeichneten zügig den Vertrag. Dieser enthielt, anders als bei den ersten beiden Linien, auch eine Abfüllanlage vom Typ BEUMER fillpac. „Anfang 2015 legten wir direkt mit der Projektierung los“, erinnert sich Hermann Krumkamp, Senior Project Manager bei der BEUMER Group. „Berücksichtigen mussten wir unter anderem die klimatischen Bedingungen, die dort herrschen.“ Die Tagestemperaturen können im Hochsommer in den Wüstenregionen bis zu 40 Grad und mehr erreichen. „Das kann sich sowohl auf das Fließverhalten des Zements als auch auf die Dehnbarkeit der Stretchfolien auswirken“, erklärt Krumkamp. Die Maschinen waren entsprechend darauf auszulegen. Außerdem mussten die Ingenieure die Technik an den neu erstellten Anbau der bestehenden Verpackungshalle anpassen. Im August trafen die Container mit den Maschinen bei Ohorongo Cement ein. „Wir mussten mit der Montage allerdings noch warten, bis das neue Gebäude für die dritte Packlinie komplett fertig gestellt wurde“, sagt Krumkamp. Im November legten die Fachleute mit dem Aufbau der Maschinen los.

Abgefüllt: nicht zu viel, nicht zu wenig
Da der hier hergestellte Zement besonders fein ist, installierte die BEUMER Group eine nach dem Turbinenfüllprinzip arbeitende Abfüllanlage vom Typ BEUMER fillpac mit acht rotierenden Füllstutzen. „Das Besondere ist ihre spezielle Wägeelektronik“, erklärt Krumkamp. Denn die Produktabfüllung erfolgt nach dem Brutto-System: Die Säcke werden während des Füllvorgangs verwogen. Dazu ist der BEUMER fillpac mit einer eichfähigen Wägeeinrichtung ausgestattet. Die Wägeelektronik stellt sicher, dass die Anlage immer einen exakten Füllungsgrad der Säcke erzielt. Eine spezielle Software ermöglicht den permanenten Abgleich des Gewichts zwischen Füllstutzen und Waage.

Die Füllturbine zeichnet sich durch Schnelligkeit und maximalen Materialdurchsatz aus.
Um die Effizienz der Abfüllanlage weiter zu steigern, ergänzte die BEUMER Group zudem einen Sackaufstecker mit Sackbündelmagazin der neuesten Technologie. Servomotoren treiben die Antriebsleiste und den Sauggreifer automatisch positionsgenau und energieeffizient an. Das Greif- und Aufstecksystem stülpt die Säcke vom Stapel sicher auf den Füllstutzen. Pro Stunde lassen sich so mit hoher Genauigkeit 2.400 Säcke aufschießen.

Schonendes Palettieren sichergestellt
Um die Säcke anschließend vollautomatisch, zuverlässig und vor allem schnell zu palettieren, installierte die BEUMER Group einen Lagenpalettierer vom Typ BEUMER paletpac 3000. Diese Anlage stapelt die 50-Kilogramm-Säcke exakt Lage für Lage im Fünfer-Verband auf die Paletten. „Um die Säcke schnell, schonend und formstabil in die geforderte Position zu drehen, sind die Anlagen mit einer Doppelbanddrehvorrichtung ausgeführt“, erläutert Krumkamp. „Was die Positioniergenauigkeit anbelangt, bietet diese einen immensen Vorteil gegenüber herkömmlichen Drehverfahren.“ Denn die Anlagenkomponente bewegt die Säcke, ohne sie mechanisch zu verformen. Stattdessen kommen zwei parallel angetriebene Gurtförderer zum Einsatz, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren und so die Säcke schnell drehen. Diese bringen die Säcke zudem besonders schonend in die gewünschte Position. Die intelligente Steuerung der Doppelbanddrehvorrichtung bezieht die Maße und das Gewicht der Säcke mit ein, um eine exakte – durch die jeweiligen Packmuster vorgegebene – Positionierung zu erreichen.

Schnell und sicher verpackt
Über Rollenbahnen gelangen die fertigen Sackstapel zur Verpackungsanlage. Dafür lieferte BEUMER stretch hood A. „Wir haben diese Maschine aus der stretch hood-Baureihe von Grund auf neu konzipiert“, erklärt Krumkamp. Der Anwender kann sie im Vergleich zu den bereits vorhandenen Anlagen noch einfacher und sicherer handhaben. Um die Arbeit für das Wartungspersonal zu erleichtern und damit auch eine höhere Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen, kommt die Verpackungsanlage komplett ohne Bühne aus. Instandhaltungsarbeiten wie Wechsel der Messer oder Schweißbalken erfolgen auf Bodenniveau. Ein weiterer Vorteil liegt in der kompakten Bauweise und der damit einhergehenden geringen Bauhöhe und Aufstellfläche. „Damit passt die BEUMER stretch hood A sehr gut in die neue Halle“, sagt Pirker.

Ein materialschonendes Folientransportsystem führt die zuvor zugeschnittene und verschweißte Folienhaube der Anlage zu. Die Schweißnaht der Folienhaube kühlt bereits auf dem Weg zur Reff- und Stretcheinheit  ab, so dass diese ohne Zeitverlust aufgerefft werden kann. Damit sind weder eine energieaufwendige Kühleinheit noch effizienzmindernde Kühlzeiten erforderlich. Die Paletten werden so mit einer schnelleren Taktung verpackt. „Wir verarbeiten 60 Paletten in der Stunde“, freut sich Hermann Krumkamp: „Bei Bedarf lässt sich dies noch weiter steigern.“

Bei der Verpackung gab es allerdings noch etwas zu beachten: „Anders als in Deutschland legt in Afrika die Ware auf den Lkw-Ladeflächen nicht nur einige hundert Kilometer zurück, sondern oft bis zu tausend“, berichtet Pirker. „Anders als in Deutschland liegt in Afrika die Ware auf den Lkw-Ladeflächen nicht nur einige hundert Kilometer zurück, sondern oft bis zu tausend“, berichtet Pirker. Dazu kommen die hohen Temperaturen, die das Folienmaterial weicher machen. „Um die erforderliche Sicherheit zu erreichen, setzen wir Folien mit den Stärken 80 und 100 Mikrometer ein“, erläutert Pirker.

Im Mai 2016 nahm Ohorongo die Anlagen in Betrieb. Werksleiter Manfred Pirker ist sichtlich zufrieden: „Hier ist eine Verpackungslinie entstanden, die speziell auf unsere Anforderungen zugeschnitten ist.“ Möglich war dies in diesem engen Zeitrahmen nur, weil alle am Projekt Beteiligten intensiv zusammengearbeitet haben. Überzeugt war der Zementhersteller von der ausgefeilten technischen Planung, der raschen Entwicklung sowie der optimalen Anpassung der Anlagen – und der sehr schnellen Umsetzung durch die BEUMER Group.

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